Aktuelles aus unserem Pfarrverband!

Nr. 47 / 17.11. – 25.11.2018

 

Novembergedanken:

 

„Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen“.

Ja, er ist richtig dieser Satz von Martin Luther. Da denke ich an viele liebe Menschen, manche jünger als ich, gute Freunde zum Teil, die gestorben sind. Der Verlust eines vertrauten Menschen ist schmerzvoll – so, als hätte ich mit diesem Abschied nicht gerechnet. Habe ich wirklich geglaubt, der Tod kommt nicht, bricht nicht ein in mein Leben?

Das Sterben eines Menschen macht uns bewusst, dass unser Leben endlich ist. Am Lebensende wird das Haben abgelöst vom Sein. Als Christen nennen wir das Sein: Leben bei und mit Gott, Ewigkeit, Auferstehung.

Auch für uns Lebende verändert sich mit dem Erleben des Todes die Perspektive: Das Leben im Jetzt, im Alltag, an jedem Tag wird verstärkt wichtig. So kann ich dem eigenen Ende gelassen entgegengehen.

Der Monat November bringt uns diese Gedanken nahe. Was bedeutet diese Botschaft für mich, vom Tod umfangen zu sein? Kann ich entdecken, was hier und jetzt wichtig ist? Wie aber wäre es, wenn wir „Das Wort Tod streichen“, wie Marie Luise Kaschnitz schrieb? Für Sie zum Meditieren:

„Wenn einer sich vornähme, das Wort Tod nicht mehr zu benützen, auch kein anderes, das mit dem Tod zusammenhängt, mit dem Menschentod oder dem Sterben der Natur. Ein ganzes Buch würde er schreiben, ein Buch ohne Tod, ohne Angst vor dem Sterben, ohne Vermissen der Toten, die natürlich auch nicht vorkommen dürften, ebenso wenig wie Friedhöfe, sterbende Häuser, tödliche Waffen, Autounfälle, Mord. Er hätte es nicht leicht, dieser Schreibende, jeden Augenblick müsste er sich zur Ordnung rufen, etwas, das sich eingeschlichen hat, wieder austilgen, schon der Sonnenuntergang wäre gefährlich, schon ein Abschied, und das braune Blatt, das herabweht, erschrocken streicht er das braune Blatt. Nur wachsende Tage, nur Kinder und junge Leute, nur rasche Schritte, Hoffnung und Zukunft, ein schönes Buch, ein paradiesisches Buch.“

 

Barbara Winkler,
Gemeindereferentin