Aktuelles aus unserem Pfarrverband!

01.10. – 31.10.2019

 

Erntedank

 

Verehrte Pfarrangehörige,

vielleicht überlegten sie auch schon mal, warum segnen wir die Erntegaben? Mancher mag denken:“ Das ist nun mal so -ein alter Brauch. Wer weiß, wofür`s gut ist.“ Andere sagen: „An Gottes Segen ist alles gelegen.“

Im Ernst: Sind die Erntegaben ein Thema für uns? Wir haben genug davon - das ganze Jahr über, aus allen Ländern. Wir sind mit so viel Lebensmitteln gesegnet, dass wir manchmal nicht wissen wohin damit.

Das Segensgebet gibt eine Richtung an. Wir wenden uns an Gott, rufen seinen Namen an und erbitten seinen Segen.

Das heißt doch: Wir bleiben nicht bei uns selbst stehen. Wir sind nicht die letzte Instanz. Wir bekennen: Mit unserem Leben und mit allem, was das Leben ausmacht, hat jemand zu tun, der weiterdenkt und weitersieht, als wir es vermögen. Wenn wir zu Beginn des Segensgebetes Gott anrufen, dann sagen wir auch, dass wir bereit sind auf ihn zu hören. Das ist ja unser Problem: Wir haben die Sache mit den Lebensmitteln selbst in die Hand genommen. Wir wissen selbst, was gut für uns ist und wie das geht: schnelleres Wachstum, kräftigere Farben, größere Masse…

Die Folgen sind: Milchseen, Butterberge, Massentierhaltung… Spätestens die Skandale der letzten Zeit in der Lebensmittelbranche haben den selbstherrlichen Umgang mit den landwirtschaftlichen Produkten gedämpft. Für uns als Christen wäre es daher nicht nur an Erntedank angebracht genauer hinzusehen. Die Zusammenhänge wahrzunehmen, die (Aus-)Wirkungen zu beachten, insgesamt die Eigengesetzlichkeit der Natur und Naturkreisläufe ernster zu nehmen.

Die Zeichen der Zeit weisen in eine Richtung, die den Schöpfer mit seinem Bauplan wieder zum Zuge kommen lässt. Gar nicht so dumm, nicht nur auf die eigene Stimme zu hören. Deshalb wenden wir uns an IHN und bitten IHN um seinen Segen für die Erntegaben des Jahres.

Daher ergeht wieder eine herzliche Einladung, unsere Gottesdienste an Erntedank zu besuchen.

 

Ihr Diakon 
B. Hobelsberger