Aktuelles aus unserem Pfarrverband!

Nr. 12-14 / 16.03. – 07.04.2019

 

Fastenzeit - Bußgottesdienst - Beichtstuhl

 

Verehrte Pfarrangehörige,

 

in der beginnenden Fastenzeit sind wir wiederum herzlich zur Beichte eingeladen. Wobei der Beichtstuhl keine Hochkonjunktur hat. Lieber nimmt man an einem Bußgottesdienst teil. Traditionell dienen aber Beichtstühle mehr oder weniger als diskreter Ort, um das Bußsakrament zu empfangen. Die heutige Form der Einzelbeichte geht aus der Zeit des Mittelalters hervor. Die Gläubigen legten ihr Sündenbekenntnis vor dem Priester kniend für jedermann sichtbar im offenen Kirchenraum ab. Erst ab dem 16. Jahrhundert entwickelte sich der Beichtstuhl als Ort, der die Wahrung des Beichtgeheimnisses garantieren sollte.

Nach dem Konzil gab es die Entwicklung, das Bußsakrament auch in einem sogenannten Beichtzimmer abzulegen.

Das Neue Testament weiß weder von dem einen noch von dem anderen. Stattdessen bespricht es immer in neuen Anläufen das große Geschenk der vergebenden Liebe Gottes zu den Menschen. Für das Markusevangelium sind Umkehr und Glaube die Antwort auf die anbrechende Gottesherrschaft. Diese verkündete Jesus immer wieder. Zugleich weisen alle Evangelien immer wieder darauf hin, dass Jesus die Nähe zu schuldbeladenen Menschen suchte. Und Paulus ist es, der alle Gläubigen bittet, das Geschenk der Versöhnung Gottes mit den Menschen anzunehmen (2 Kor 5,20).

Die Beichtstühle haben also sehr wohl ihren Ort in den Kirchen.

Auch heute können die Beichtstühle zu Denkanstößen anregen, z.B. wie groß das Geschenk der „Barmherzigen Liebe Gottes“ zu uns ist.

 

Ihr Diakon
Bernhard Hobelsberger